eisfuchsLabor

Anlässlich der diesjährigen Eurofurence in Berlin habe ich mich entschlossen, bis einschließlich Sonntag (also für ziemlich genau eine Woche) von Twitter fern zu halten. Für diejenigen unter Euch, die Twitter nicht kennen: Twitter ist ein Kurznachrichtendienst, bei dem man wildfremden Leuten folgen kann, die dann wiederum mehr oder weniger unterhaltsame Kurznachrichten in 140 Zeichen oder weniger zwängen. Unter Privatpersonen sind es meist flüchtige Gedanken oder clever ausgeklügelte Wortspielchen. Das letzte Mal war ich länger als vierundzwanzig Stunden auf Twitter untätig im September 2012. Und da habe ich auch nur nichts vermelden lassen, mitgelesen habe ich aber schon. Diesmal nicht; und schon in den wenigen Tagen (drei Tage sind doch wenig, oder?), die ich jetzt schon dort alle Kanäle auf Durchzug geschaltet habe, bemerkte ich erste Nebenerscheinungen: Erstens schaue ich viel seltener auf die Uhr. Ob das damit zusammenhängt, weiß ich aber nicht so recht. Zweitens: Ich habe nur etwa einen Tag gebraucht, um den Drang zu unterdrücken, in jeder Gelegenheit nach neuen Tweets zu schauen, und drittens fühle ich mich grundsätzlich weniger gehetzt. Dass dabei jetzt einige Gedanken, die ich nicht sofort aufgeschrieben habe, für immer im Nirvana verdampft sind, ist leicht zu verschmerzen, schließlich habe ich noch genug auf der großen Liste mit Dingen, die ich noch zu tun habe. Ich bin sogar viel öfter auf diaspora* unterwegs gewesen als bisher, was noch viel mehr Spaß machen würde, wenn Du auch etwas dafür tun würdest, dass Facebook weniger Relevanz hat (Im Ernst: Willst Du lieber Werbung sehen, oder tatsächlich das, was Deine Freunde/Kontakte auch wirklich gepostet haben (und zwar alles davon)?).

Seit Mai 2013 zum Beispiel (fuuuuuck!) schiebe ich vor mir her, eben die Internetseite mal auf Vordermann zu bringen, die ich jedem doch so als Ersteinstieg zu meiner Person unter die Nase halte. Die eiszblu.me hatte es echt bitter nötig, und so habe ich meine Zeit, die ich sonst mit Scrollen auf Twitter vergeudet hätte, in einen größeren Umbau gesteckt, den ich nirgendwo weiter an die Glocke hing, weil ich ehrlich nicht stolz darauf bin, so lange dafür gebraucht zu haben. (Überdies war ich ja gar nicht auf Twitter unterwegs, also wer hätte das schon mitbekommen, gell? Und außerdem: Wofür gibt es RSS-Feeds?)

Über ein kleines, winziges, flüchtiges Detail dieses Updates möchte ich heute mal ausführlichst berichten. Vielleicht ist es Dir ja schon aufgefallen. Es ist hier in diesem Bild versteckt:

Ich frage mich, von welcher Internetseite der Screenshot gemacht wurde...

Es ist tatsächlich das Batterie-Symbol links neben der Uhr rechts. So klein, und doch werden grausame Befürchtungen wahr: Das Symbol zeigt den tatsächlichen Akkuladezustand meines Handys an. In Echtzeit. Immer voll aktuell. Was für ein Scheiß.

Wie wird's gemacht, fragst Du Dich? Und warum wird's gemacht? Nun, es gibt mehrere Gründe, warum ich es gemacht habe.

Weil es geht. Weil ich es kann. Weil das Symbol nun mal in einer meiner ersten Skizzen auftauchte und ich die Idee irgendwie gut fand.

Ich wollte zunächst erst eine App schreiben, die diese Aufgabe für mich erledigt: Akku-Stand in regelmäßigen Intervallen aufzeichnen und gebündelt an den Server schicken. Nach langem Probieren und Basteln und einem ganzen Tag Java hatte ich die Schnauze allerdings gestrichen voll und habe das Symbol erst mal auf 42% festgebrannt und die Seite ohne dieses Gimmick online gestellt.

Dann fand ich durch puren Zufall eine App, die eben genau das konnte - und noch mehr. Eher mehr. Sehr viel mehr. Dafür könnte der Internetauftritt und die App selber mal ein bisschen Zärtlichkeit von einem Designer vertragen.

Wieder ein großartiges Beispiel für die Möglichkeiten eines Android-Smartphones. Ich erstellte in der App eine Aufgabe, die bei Änderung des Ladezustandes eine POST-Anfrage mit der aktuellen Ladung an meinen Server schicken sollte. Der Server pumpt das dann einfach mit einem Zeitstempel stumpf in die Datenbank und beim Laden der hübschen, neuen Seite holt er sich den jüngsten Eintrag. Bumm! Als Nebeneffekt erhielt ich dann auch noch gleichzeitig eine Chronik aller Ladestände - sofern ich denn Netz hatte, während mein Akku ein Stückchen leerer wurde. Ich habe wieder ein bisschen mehr mit d3.js gearbeitet und trotzdem nichts im Kopf behalten. Muss. Mehr. Grafiken. Bauen.

Es ist dumm. Es ist nutzlos. Aber ein paar konnte ich mit der Anzeige schon begeistern.