Frust // 2010

Liebe Leser.

Ich habe schon zwei solcher Frustbriefe hinter mir[1][2]. Und es fällt mir echt nicht leicht, alles hinter mir zu lassen; aber ich weiß momentan keinen anderen Ausweg.

Es ist folgendes: Ich habe vor über zwei Jahren alles, was mich hatte mal an mich denken lassen, hinter mir gelassen, um meinen Vorstellungen einer Beziehung gerecht zu werden. Was hinterher dabei herauskam, war, wie ich merken musste, ein total unselbstständiger, aber aufopferungsbereiter und selbstloser Zeitgenosse, der einzig und allein davon leben wollte, anderen Leuten Gefallen zu machen und denen eine Freude zu bereiten, weil ihn einzig und allein diese Freude der anderen selbst Freude bereitete.
Dann ging diese Beziehung in die Brüche, weil meine bis-dahin Lebensgefährtin ein “neues Leben” fangen wollte und ich diesem offenbar im Wege stand. Das ganze ist jetzt noch nicht ganz ein Jahr her.
Genauer betrachtet, ist diese Situation, diese Undankbarkeit meiner Aufopferung, genau das gleiche Problem, wie ich jetzt habe.

Ihr könnt ja mal aus Spaß in diesem Blog auf die Hauptseite wechseln und die rechte Seite prüfen. Was Euch auffallen wird, ist, dass über 90% der Beiträge mit einem “Kein Kommentar” vermerkt sind. Und genau das ist mein Problem.
Ich sehe es einfach nicht mehr ein, sonderlich viel Zeit zu opfern und mir Stress zu machen, dafür, dass ich keinerlei Rückmeldungen kriege, egal, was ich denn gerade angefangen habe oder fertig gestellt habe. Dabei ist es so einfach, ein, zwei Sätze zu schreiben, die einem gerade durch den Kopf zischen, wenn man den Beitrag betrachtet und/oder gelesen hat.
Der Vorteil ist sicher, dass sich nicht mal Trolle trauen, bloß “Erster!” zu posten.

Für Euch heißt das: Ich werde absolut keine Projekte fortsetzen.
Auf unbestimmte Zeit.
Zumindest nicht laut und schon gar nicht in diesem Blog propagiert. Das habt Ihr (so gesehen) gar nicht verdient.

Ich möchte einfach nicht meine Zeit dafür verschwenden, hinterher von “keine Kommentare” demotiviert und frustriert zu werden.
Stress ist schlecht. Und momentan mache ich mir nur Stress.
Es ist ja auch nicht so, als würde ich keinen Anspruch an die Beiträge haben.

Es liegt also bei Euch. Entweder Ihr bleibt so stumm wie bisher, oder Ihr beteiligt Euch.
Mir ist beides Recht. Ich habe genug Zeug, das ich nebenbei machen kann. Zum Beispiel Lichtrose weiterschreiben. Damit muss ich mir keinen Stress machen, das kann ich machen, wann ich will, und viel besser: ich werde nicht enttäuscht durch “keine Kommentare”.

Und wenn ich dadurch Leser verliere, umso besser – denn hier trennt sich jetzt die Spreu vom Weizen.
Wer wirklich zu mir hält, der ist jetzt deutlichst aufgefordert, Stellung zu nehmen. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht. Aber ganz ehrlich habt Ihr mehr als nur eine Möglichkeit, mir zu sagen, was Euch gefällt, was Euch nicht gefällt und vor allem: Was Ihr gerne hättet. Ich freu mich natürlich auch über Danksagungen.
Und es ist so leicht, mich zu kontaktieren. fuchs@eisfuchslabor.de – und es landet direkt auf meinem Handy. Oder Ihr schreibt mal ganz verwegen einen Kommentar in das Blog. Uhaaa, ist das gruselig!

Auf jeden Fall ist hier erstmal Schluss.
Vielleicht gibt’s bald ein Design für alle Projekte[3], aber dann auch erst, wenn es fertig ist.
Bis dahin … wünsche ich Euch noch viel Spaß mit diesem Blog.

Alles Gute für 2010 Euch allen wünscht Euch Euer kuscheliger
..eiszfuchs


[1] http://redekubus.de/zweite-staffel-muss-warten
[2] http://bugreportmusic.de/news/frustart/
[3] bug|report | fluzzle | redeKubus | Die Kassetten

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11 Responses to Frust // 2010

  1. Moonica says:

    Könnte vllt ein wenig daran liegen, dass deine Seite recht ungewöhnlich aufgebaut ist, wenn auch sehr, sehr hübsch. Mag Menschen abschrecken.
    Die Internetsphäre ist auch mehr und mehr zu einer Stripteasebewegung geworden. Da gehst du vllt nicht stark genug mit. Du bist “unsichtbar” – nicht was deine Gedanken angeht, eher dein Äußeres. Ich habe auch nach Wühlen nichts gefunden (Vllt auch zu wenig Zeit dafür gehabt, wer weiß).

    Aber… bloggst du wirklich für andere?

    Gruß Moonica

    • eiszfuchs says:

      Ungewöhnlich … das mag sein. Ich wollte ein anderes Layout, das die gespaltenen Seiten viel mehr vereint basteln. Vielleicht habe ich dafür ausgiebig Zeit in diesem Schulblock.
      Und was mein Äußeres angeht … bin ich zu anonym? Ist es das?
      Hilft ein Photo wie dieses, mich mehr wahrzunehmen als Blogger?

      Ich blogge, um andere auf dem Laufenden zu halten, über Projekte, die ich für andere mache. ;)

      • Moonica says:

        Mehr wahrnehmen nicht unbedingt, aber eventuell kann man das gelesen dann mit einem Bild verbinden. Kann dazu beitragen sich eher mit Geschriebenem identifizieren zu könnnen/ sich ansprechen zu lassen.

        Gut wenn du es eh schon für andere machst ist das wohl deprimierend. Ist es nicht möglich, da die Prioritäten zu ändern?

  2. Tapedeck says:

    Von “Kein Kommentar” sollte man sich nicht entmutigen lassen. Als ich mit dem bloggen begann hatte ich fast nie einen Kommentar und das lange Zeit. Erst als ich auf immer mehr Blogs kommentiert habe kamen einige Kommentare, auch nicht wirklich viel. Seit es twitter gibt ist es eher noch weniger geworden, dafür gibts dann Replys ;)

    Ich bin jetzt schon über 3 Jahre am bloggen und die Kommentare halten sich in Grenzen. Manchmal gibts mehr, manchmal weniger und oft auch gar keine. Man muss Spaß daran haben zu schreiben und es nicht für die Kommentare tun, die sind zwar nett, aber Zweitrangig. Wie du so schön gesagt hast: “Man gibt jemandem etwas”. Ich verlange aber nichts. Das macht es IMHO einfacher ;)

    • eiszfuchs says:

      Verstehe. Nur ich bin jetzt etwa seit 2006 im Blogger-”Geschäft”. Mal schaun.
      Wenn ich das Design umgekrempelt habe, dann kann es auch sein, dass ich mich wohler mit den Projekten fühle.
      Und dann bricht die neue Ära der Motivation an! :3

    • Moonica says:

      Da sagt Tapedeck auch was Wichtiges: Ich glaube auch, dass anderenorts kommentieren notwendig ist um ersteinmal wahrgenommen zu werden. Und man kommentiert natürlich lieber wenn man weiss, dass die Aufmerksamkeit auf Gegenseitigkeit beruht.

      Ich stehe ja auch morgens nicht auf und twittere : “Guten Morgen Welt, guten Morgen @saschalobo”
      Und warum nicht? Weil er das auch nicht tut
      Okay schlechtes Beispiel, ich folg ihm nichmal – Sry.

  3. Tapedeck says:

    Uh, was ich vergas: Viele Leute so wie ich lesen eine Menge Blogs und haben oft auch nicht die Zeit zu kommentieren. Bei knapp 300 Feeds im Reader sammelt sich am Tag einiges an.

    • eiszfuchs says:

      Das verstehe ich …
      Danke für die aufmunternden Worte. X3
      Wir werden sehen, was die Zukunft bereit hält. Eigentlich kann ich es ja doch nicht lassen.
      Aber ich brauche dringend eine Neuorganisationsphase. :3

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